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Trainingsratgeber - Folge 3 |
Theorie:
|
Die verschiedenen Teilfähigkeiten, aus denen sich eine gute
Ausdauerleistungsfähigkeit zusammensetzt, werden bei verschiedenen
Geschwindigkeiten ganz unterschiedlich beansprucht bzw. gefördert. Die Qualität
der Gesamtleistung wird aber vom schwächsten Glied der Kette
bestimmt. |
Das ist eine der wichtigsten Aussagen der vorangegangen Folge !
Und aus ihr folgt, daß es wenig bringt immer im gleichen Trott zu trainieren. Egal ob man nach dem beliebten Motto "No Pain - No Gain" immer am Limit fährt oder gar nie an seine Grenzen geht. Wie der Stoffwechsel sollte deshalb auch das Ausdauertraining zuerst einmal nach seiner Intensität eingeteilt und gesteuert werden. In zweiter Linie dann nach der Dauer. Dazu wird die gesamte Bandbreite der Belastungsintensität in fünf Trainingsbereiche gegliedert.
Trainingsbereiche im Ausdauertraining
| Regenerationstraining |
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Rekom |
| Grundlagenausdauertraining | ||
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1
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GA1 |
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1/2
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GA1-2 |
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2
|
|
GA2 |
| Wettkampfspezifische Ausdauer |
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WSA |
Diese Einteilung entstand zwar in Anlehnung an die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max). Da die VO2max jedoch nur mir großem Aufwand messen läßt, ist für die laufende Bestimmung der Intensität heute der Puls die Meßgröße der Wahl. Daher auch der Begriff:
Pulsgesteuertes Training
Und um den Puls laufend im Auge behalten zu können, ist ein Pulsmesser nahezu unverzichtbar. Das Pulsfühlen mit der Hand kann nur ein Notbehelf sein, weil man das Training dabei unterbrechen muß und gerade in der ersten halben Minute einer Ruheperiode der Puls stark abfällt.
Warum aber eignet sich der Puls überhaupt zur Intensitätsbestimmung im Ausdauertraining ?
Bisher war doch nur vom Prozentsatz der maximalen Sauerstoffaufnahme und dem Lactatwert als Intensitätsindikatoren die Rede.
Der Grad der Ausschöpfung der Sauerstofftransportkapazität (%VO2max) ist ein gutes Maß für das Ausmaß der Auslastung der aeroben Stoffwechselfähigkeit. Das leuchtet ein. Aus diesem Grund wurden die Trainingsbereiche auch ursprünglich nach diesem Parameter eingeteilt. Man hat jedoch herausgefunden, daß die Prozentsätze von maximaler Pulsfrequenz und maximaler Sauerstoffaufnahme in einer engen, über weite Strecken linearen Beziehung stehen. Das heißt man kann von %-Pulsmax in %-VO2max umrechnen. Nur deshalb macht das Pulsen überhaupt Sinn . Diese Rechnerei wäre aber für den Alltag zu mühsam und noch dazu unnötig weil diese Arbeit bereits erledigt wurde und es Tabellen gibt (ß ) aus denen man direkt die Pulswerte für einen bestimmten Bereich ablesen kann (oder umgekehrt). Über die maximale Sauerstoffaufnahme braucht man sich dann keine Gedanken mehr zu machen. Trotzdem ist es gut im Hinterkopf zu behalten, daß es nicht primär um die Einhaltung eines allgemeingültigen "magischen" Pulswerts geht. Vielmehr müssen, damit die Rückschlüsse auf die Auslastung der Sauerstofftransportkapazität auch stimmen, die Pulsgrenzen der Traininsbereiche individuell bestimmt werden. Denn wie die maximale Sauerstoffaufnahme ist auch die maximale Pulsfrequenz ein individueller Wert. Beide variieren nicht nur von Person zu Person, sondern auch beim Einzelnen von Disziplin zu Disziplin. Die bekannte Formel "220 minus Lebensalter" ist also ein viel zu grober Anhaltspunkt. Dazu kommt, daß auch die Beziehung von Puls und Sauerstoffaufnahme sich von Sportart zu Sportart unterscheidet. Würde man also beispielsweise (selbst bei identischem Maximalpuls) beim Skaten mit dem Puls fürs Radfahren trainieren hätte man nur einen sehr geringen Effekt. Umgekehrt würde man sich überfordern.
Kurz gesagt:
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Die Prozentwerte von Maximalpuls und maximaler Sauerstoffaufnahme, die auf verschiedenen Belastungslevels benötigt werden, stehen in einer engen, großteils linearen Beziehung. Der Puls ist aber viel leichter zu messen. Deshalb mißt man heute den Puls, um die Trainingsintensität zu beobachten, die eigentlich nach dem Prozentsatz der maximalen Sauerstoffaufnahme eingeteilt ist. Dabei müssen die Pulsgrenzen der Trainingsbereiche individuell für jeden Fahrer und jede Sportart bestimmt werden. |
Die Maximalpulsmethode – Goldstandard für den Amateur
Die Maximalpulsmethode ist die einfachste Möglichkeit für das pulsgesteuerte Training. Es muß lediglich für jede Disziplin der Maximalpuls bestimmt werden. Von diesem werden mit Hilfe der Tabelle unten die Pulswerte für die einzelnen Trainingsbereiche abgeleitet.
Þ Momentaner Maximalpuls in dieser Disziplin
Für einen Maximaltest muß man voll erholt und natürlich gesund sein. Weil die muskuläre Mobilisationfähigkeit einen nicht unerheblichen Einfluß auf den Maximalpuls hat, sollte der Test am besten nach einem Ruhetag durchgeführt werden. Danach ausfahren nicht vergessen!
|
Skate |
Rad |
Lauf | |
|
% maxPuls |
% maxPuls |
% maxPuls | |
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Rekom |
< 70 |
< 60 |
< 70 |
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GA1 |
70 – 80 |
60 – 75 |
65 – 80 |
|
GA ½ |
75 – 85 |
70 – 80 |
75 – 85 |
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GA 2 |
85 – 90 |
75 – 90 |
80 – 90 |
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WSA
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> 90
|
> 90
|
> 90
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| (Nach Hottenrott/Zülch (1998): Ausdauertainer Inline Skating) | |||
Die Maximalpulsmethode ist eine einfache und trotzdem recht genaue Methode der Trainingssteuerung. Ausserdem braucht man nur seinen Pulsmesser und kaum Vorbereitungen für den Test. Die Sache hat aber auch Nachteile. Der wichtigste ist, daß man von nur einem Meßwert abhängig ist, der noch dazu von Motivation, Erhohlungszustand und technischem Können beeinflußt wird. Deshalb kann es für ambitionierte Fahrer sinnvoll sein die erhaltenen Trainingsbereiche zu überprüfen. Dazu eignen sich der Stufentest (mit und ohne Lactatmessung) und die Lactatmessung im Training. Aber: Der Mehraufwand für einen Stufentest oder sogar die Anschaffung eines Lactatmessgeräts lohnen sich nur, wenn man die Tests in einer Gruppe gemeinsam durchführt (Oder natürlich wenn man ein chronisches Spielkind ist, das alles einmal ausprobieren muß).
Frequently Asked Questions zur Maximalpulsmethode
© 2007 by Dr. Anne Krieg - Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der Autorin.
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