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Hier finden sich die Trainingssteuerungsbeiträge von Anne Krieg, geschrieben von 2000-2004.



EMS im Inline-Speedskating - Was ist EMS?

 
Trainingsratgeber >>

1. Was ist EMS ?

Bei der elektrischen Muskelstimulation werden die Nerven an ihrer Eintrittsstelle in den Muskel, dem sogenannten "elektrischen Reizpunkt", mittels Elektroden stimuliert. Über diese motorischen Nerven, die auch bei willentlichen Kontraktionen die Befehle vom Gehirn zu den Muskeln leiten, gelangt der Impuls dann zu dem betreffenden Muskel und führt über die übliche elektromechanische Kopplung zu einer Muskelkontraktion. Dauer, Verlauf und Häufigkeit dieser Impulse werden von dem gewählten Programm des Stimulationsgeräts gesteuert und bestimmen zusammen mit der manuell geregelten Intensität die spezifische Wirkung der Anwendung (Kraft, Ausdauer, Regeneration...).

Elektrische Muskelstimulation hat im Sport hauptsächlich drei mögliche Anwendungsfelder.

Erstens können einzelne Muskeln oder Muskelgruppen mit zentraler Bedeutung für die Sportart isoliert und gezielt stimuliert werden. Und zwar ohne dabei eine wesentliche Belastung des Gesamtorganismus hervorzurufen. Die Vorteile im leistungssportlichen Bereich liegen auf der Hand. Allerdings heißt das auch, daß mit EMS Defizite im Bereich der Grundlagenausdauer - bzw. der Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit - nicht ausgeglichen werde können. Denn dafür ist ja gerade eine langdauernde Belastung eines möglichst großen Anteils der Muskelmasse erforderlich.

Zweitens kann EMS eingesetzt werden, um gerade die sonst weniger beanspruchten Muskeln zu kräftigen. Damit können dann - eher im Sinne eines Ausgleichstrainings - muskuläre Ungleichgewichte gemindert und damit Schäden am Bewegungsapparat vorgebeugt werden.

Drittens – und last but not least – gibt es noch ein Programm zur aktiven Erholung, das nach intensiven Belastungen die Regeneration beschleunigt.

Der Schluß aus dieser Grundüberlegung zur EMS muß lauten:

EMS ist eine neue "Trainings-Ergänzungs-Möglichkeit", die nach heutigem Kenntnisstand als individuell geplantes "Sahnehäubchen" auf dem sonstigen Training im leistungssportlichen Bereich Vorteile bietet. Grundvoraussetzung ist aber eine stabile aerobe und sportartspezifische Grundlage und eine sorgfältige, fachgerechte Anwendung und Integration in die sonstigen Aktivitäten.

Weitere Anwendungsgebiete sind die Überbrückung von Verletzungspausen und die Verminderung muskulärer Dysbalancen. Diese - schon mehr medizinischen - Anwendungen erfordern aber natürlich eine noch intensivere Betreuung und Beratung.

[Einleitung] [Funktionelle Anatomie] [Anwendungsempfehlungen]

© 2007 by Dr. Anne Krieg - Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der Autorin.

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