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Hier finden sich die Trainingssteuerungsbeiträge von Anne Krieg, geschrieben von 2000-2004.



EMS im Inline-Speedskating - Funktionelle Anatomie

 
Trainingsratgeber >>

2. Funktionelle Anatomie – Facts zu den VIPs der Skatermuskulatur

2.1. Direkt vortriebswirksame Muskelgruppen

2.1.1. Vordere Oberschenkelmuskulatur

 

Name:

 

M. quadrizeps femoris

 

Funktion:

 

v.a. Kniestrecker

 

Bedeutung beim Speedskaten:

 

Der "Quadrizeps" ist der Haupt-Vortriebsmuskel beim Skaten. Er ist sowohl an der Aufrechterhaltung der Grundposition beteiligt (statisch) als auch Hauptmuskel beim Abdruck (dynamische Komponente). Entsprechend sind hier sowohl Kraft also auch Schnellkraft und Ausdauer (Durchblutung, Mitochondriendichte, Glycogenspeicherung ...) von Bedeutung.
Der Quadrizeps des Speedskaters ist also im Idealfall die "Eierlegende-Wollmilchsau".

 

Empfehlenswerte Programme

 

Entsprechend der Bedeutung dieses Muskels ist auch die Auswahl der geeigneten Compex-Programme hier besonders knifflig. Welche Compex- Programme für jeden persönlich sinnvoll sind hängt, neben der Trainingsperiode, vor allem von den individuellen Voraussetzungen und sonstigen Trainingsgewohnheiten ab. Zum Beispiel wird ein Fahrer, der von der Bahn kommt und ein guter Sprinter ist eher etwas für sein Stehvermögen tun (anaerobe Ausdauer und Kapillarisation, eventuell sogar aerobe Ausdauer), während ein guter Langstreckler mit Beschleunigungsdefizit eher von der Schnellkraft profitieren wird. (Siehe Anwendungsteil).

 

Empfehlenswert für alle Vieltrainierer ist auf jeden Fall das Programm "Aktive Erholung".

2.1.2. Hinterteil

 

Name:

M. glutäus maximus, kleine Glutäen

 

Funktion:

Hüftstreckung und Abduction (Bein-Abspreizung)

 

Bedeutung beim Speedskaten:

 

Zusammen mit dem "Quadrizeps" der zweite Hauptvortriebsmuskel.
Besonders wichtig beim Bergauffahren.

 

Empfehlenswerte Programme:

 

Analog Quadrizeps. Allerdings ist die Anwendung etwas schwieriger.

2.2. Hilfsmuskulatur

2.2.1. Rumpfstabilistoren

Funktion:

Diese Muskeln stabilisieren in ihrem Zusammenspiel Hüfte und Rumpf und erfüllen damit insbesondere zwei wichtige Funktionen:

  1. Die von Knie- und Hüftstreckern (s.o.) erzeugte Kraft kann nur dann effektiv in Vortrieb verwandelt werden, wenn der Rumpf ein stabiles Wiederlager bietet.

  2. Eine trainierte Rücken- und Bauchmuskulatur schützt vor Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden durch die tiefe Skatehaltung.
Aus diesen Gründen ist die Kräftigung der Rumpfmuskulatur für alle Skater eine wichtige, wenn auch meist ungeliebte Pflicht. EMS kann hier eine Unterstützung sein.
Namen: Gerade Bauchmuskulatur
Schräge Bauchmuskulatur
Untere Rückenmuskulatur
Empfehlenswerte Programme:

Kraft
Wichtig bei der Rumpfmuskulatur ist neben der Kräftigung an sich vor allem die Vermeidung oder Behebung von Ungleichgewichten. Näheres siehe Trainingsempfehlungen.
Wenn ihr aber schon Beschwerden habt, laßt den Status Quo erst bei einem Sportmediziner checken bevor ihr mit den Anwendungen beginnt.

2.3. Skaten Spezial: Sprunggelenksstabilisierung

Für viele die von anderen Sportarten zum Speedskaten kommen - also nicht bereits mit kleinen Carbonschalen an den Füßen geboren wurden - ist die bei den niedrigen Speedsbootss nötige Spannung im Sprunggelenk ein Problem. Zwar gibt es entsprechende physiotherapeutische Übungen für Propriozeption und Stabilität, aber die erfordern viel Zeit und eine sehr genaue, überwachte Bewegungsausführung. Hier kann EMS eine echte Hilfe sein.

2.3.1. Äussere Führung des Sprunggelenks

Name: Peronäusgruppe
Funktion:

Fußstreckung und Hebung des äusseren Fußrandes

Empfohlenes Programm: Kraft (näheres siehe 2.3.2.)

2.3.2. Innere Führung des Sprunggelenks

Name:

Hier ist die Sachlage nicht so einfach. Auf den Punkt gebracht kann man aber sagen, daß der M. tibialis anterior hier als Gegenstück des M. peronäus longus betrachtet werden kann.
Allerdings hebt der M. tibialis anterior zwar den inneren Fußrand – aber nicht im unteren Sprunggelenk. Das ist v.a. die Aufgabe der tiefen Wadenmuskulatur, die aber, wie der Name bereits vermuten läßt, schwer mit Oberflächenelektroden zu erreichen ist. In wie weit diese Feinheit für das Skaten von Bedeutung ist, ist schwer einzuschätzen. Fest seht jedoch, daß der M. tibialis anterior als Partner und Gegenspieler des M. peronaeus longus im sog. Steigbügel einen wichtiger Teil der innenseitigen Sprunggelenksverspannung darstellt.

Empfohlenes Programm:

Kraft. Immer beide Muskelgruppen trainieren !
(Außer in Spezialfällen. Aber dann, wie auch bei Vorschädigung und Beschwerden, zuerst einen Arzt aufsuchen !)

[Einleitung] [Was ist EMS ?] [Anwendungsempfehlungen]

© 2000 by Anne Krieg - Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der Autorin.

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