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EMS im Inline-Speedskating - Anwendungsempfehlungen |
3. Anwendungsempfehlungen für Speedskater
Wenn ihr euch den Trainingsplaner auf CD-Rom
anschaut (bekommt man umsonst mit dem Infomaterial) werdet ihr feststellen,
daß diese Trainingsempfehlungen anders aufgebaut sind.
Das hat mehrere Gründe, aber der wichtigste ist, daß viele auch der
leistungsorientierten Fahrer erst in den letzten Jahren von den verschiedensten
anderen Sportarten gewechselt sind. Deshalb ist die
Gemeinde der Speedskater im Hinblick auf den Körperbau und die trainingsmäßigen
Voraussetzungen selbst bei identischem aktuellen Trainingsumfang wesentlich
inhomogener als z.B. die der Marathonläufer oder Ruderer.
Aus diesem Grund orientieren sich diese Empfehlungen nicht so sehr an Disziplin
und sonstigem Trainingsumfang, sondern mehr an typischen Stärken und Schwächen,
die immer wieder zu beobachten sind.
3.1. Sprintprobleme
| Problem: |
Ausdauer und auch Stehvermögen bei
hohen Geschwindigkeiten sind kein Problem. |
| Mögliche Ursachen: | Auf der rein physischen Ebene liegt die Schwäche am ehesten im Bereich der Schnellkraft. Aber auch die Technik oder die erwähnte Instabilität im Sprunggelenk können mitverantwortlich sein (siehe dort). |
Anwendungsbeispiel:
| Programm | Zyklus | Wann | je Woche | Bemerkungen |
| Kraft Einstiegsniveau Hobbyfahrer: 1 Amateur: 2 |
min. 4 Wochen | AVP & SVP | 3 Sitzungen | Grundlage für das Schnellkrafttraining |
| Schnellkraft Einstiegsniveau Hobbyfahrer: 1 Amateur: 2 |
8 Wochen | AVP & SVP | 3 Sitzungen |
3.2. Stehvermögen
| Problem: |
Eine Geschwindigkeit, die nur knapp über der normalen Langstreckengeschwindigkeit liegt, kann nur kurz gehalten werden. Dann treten vor allem Schmerzen im Oberschenkel auf. |
| Mögliche Ursachen: |
Ziemlich sicher liegt die Ursache im Bereich der Lactattoleranz und des Lactatabtransports. Auch die anaerobe Schwelle spielt eine Rolle, ist aber mit EMS kaum zu beeinflussen. |
Anwendungsbeispiel:
|
Programm |
Zyklus |
Wann |
je Woche |
Bemerkungen |
| Anaerobe Ausdauer Einstiegsniveau Hobbyfahrer: 1 Amateur 2 |
8 Wochen | SVP und WP | 3 Sitzungen | Vorsicht: Kann zu erheblichem Muskelkater führen. Unbedingt Aufwärmphase einhalten. |
| Kapillarisation | 1 Woche | WP | 2 / Tag für min 5 Tage |
3.3. Schlechte Langstreckenausdauer
| Problem: |
Der typische Sprinter. Husch – weg am Start. Aber eine angemessene (im Vergleich dazu moderate) Langstreckengeschwindigkeit zu halten wird zur Quälerei. Nicht zu verwechseln mit Fall 2. ! |
| Mögliche Ursachen: |
Die wahrscheinlichste Ursache ist eine
ungenügende aerobe Grundlage, also eine zu geringe Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit
(zentraler Faktor). Und die läßt sich mit EMS naturgemäß
nicht verbessern. |
Anwendungsbeispiel:
| Programm | Zyklus | Wann | je Woche | Bemerkungen |
| Aerobe Ausdauer Eingangsintensität Hobbyfahrer 1-2 Amateur 2-3 |
8 Wochen | Immer v.a. AVP |
3 |
3.4. Rückenprobleme und Rumpfinstabilität
| Mögliche Ursachen: | Bauch und untere Rückenmuskulatur bilden ein
komplexes Verspannungssystem für den Rumpf und seinen Übergang
in die Hüfte. Probleme in diesem Bereich können einerseits davon
herrühren, daß das System insgesamt zu schwach ist oder aber
von einem Ungleichgewicht seiner Komponenten.
|
Deshalb gibt es bei den (muskulären) Ursachen auch zwei (Haupt-) Möglichkeiten:
Der Vieltrainierer:
Je mehr du in der tiefen Skatehaltung trainierst – und je länger du das schon tust – desto kräftiger ist deine untere Rückenmuskulatur entwickelt, während der Bauch beim Skaten wenig Training abbekommt. Deshalb sind Dehnübungen für den Rücken und Kräftigung v.a. der Bauchmuskulatur angezeigt. Das geht übrigens auch mit normalen Situps – nur sind die wenn es schon ein Bißchen zwickt unangenehm.
Der Einsteiger:
Wenn du wenig in Speedhaltung fährst (oder z.B. im Frühjahr oder nach einer Verletzung wieder damit anfängst) ist v.a. deine untere Rückenmuskulatur gefordert. Denn sie trägt die Hauptlast des Rückens in der tiefen Skateposition. In dieser Situation sollte also der gesamte Rumpf mit Betonung der unteren Rückenmuskulatur gekräftigt werden.
Vorsicht: Der untere Rücken ist ein sehr sensibler Bereich. Die Tips hier sind für gesunde Sportler gedacht, die höchstens mal ein kleines Zwicken spüren. Bei Vorschädigung im Lendenwirbelbereich, bei anhaltenden bzw. starken Schmerzen oder Beschwerden die in das Bein Ausstrahlen - bitte gleich einen Arzt aufsuchen und das Skaten erwähnen.
| Programm | Zyklus | Wann | je Woche | Bemerkungen |
| Kraft Einstiegsniveau Hobbyfahrer 1-2 Amateur 2-3 |
8 Wochen | Immer | 3 | Betonung von Bauch oder Rücken siehe oben. |
3.5. Skate Spezial: Stabilität im unteren Sprunggelenk
| Problem: |
In den niedrigen Speedboots fehlt die richtige Sicherheit in den Kurven und beim Sprinten, während es beim gleichmäßigen Fahren (meist) keine Probleme gibt. |
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| Mögliche Ursachen: |
Viele Fahrer die von anderen Sportarten
zum Speedskaten kommen haben Probleme mit der in den niedrigen Speedboots
nötigen Spannung im Sprunggelenk. Zum Teil ist das sicherlich ein
Problem der Propriozeption, also des "Gefühls" für
dieses Gelenk. Zum anderen ist aber auch die Kräftigung der das Gelenk
umgebenden Muskulatur wichtig. Aber wer kennt schon Kraftübungen
für den M. peronaeus longus ? (Und wer kennt ihn überhaupt ?) |
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Anwendungsbeispiel |
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Anwendungsbeispiel |
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Verwendete Abkürzungen:
AVP = allgemeine Vorbereitungsperiode SVP = spezielle Vorbereitungsperiode VP = Vorbereitungsperiode WP = Wettkampfperiode |
Wenn du weitere Anregungen oder Fragen hast von denen du denkst, daß sie hier vielleicht interessant sein könnten – oder auch sonst zu Trainingssteuerung, Leistungsphysiologie und was so dazu gehört - eMail an DrSommer@speedskating.de
[Einleitung] [Was ist EMS ?] [Funktionelle Anatomie]
© 2007 by Dr. Anne Krieg - Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der Autorin.
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